Nachgefragt

Künstliche Intelligenz und Gesellschaft

KI ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Unser Leben wird sich in vielen Bereichen in den nächsten Jahrzehnten durch intelligente Systeme stark verändern. Wie andere Technologien bringt KI viele positive, aber auch negative Effekte und auf jeden Fall viele Fragen mit sich: Ethische Fragen, weil KI unsere Werte betrifft. Fragen nach Veränderungen in unserem Kommunikationsverhalten. Und Fragen zu den Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. Damit beschäftigen sich auch die KI-Forscher, die versuchen, die Veränderungen zum Wohl der Gesellschaft zu gestalten. Das gelingt aber nur gemeinsam. Schicken Sie uns deshalb Ihre Fragen und Anmerkungen!

public.engagement@cyber-valley.de
Ethik

Wie vertrauenswürdig ist KI?

Methoden der KI werden auf der ganzen Welt mit Nachdruck entwickelt – und wie bei allen Technologien gibt es positive und negative Nutzungsmöglichkeiten. Durch den Einsatz von KI entstehen neue Machtverhältnisse und Abhängigkeiten, die wir immer wieder durchdenken müssen. Das macht die Ethik. Sie stellt Fragen. Zum Beispiel: Wem nutzt die Technologie? Wer kann gegen ihre Nutzung oder ihre Entscheidungen Widerspruch einlegen? Und wie können neue Abhängigkeiten von Menschen und in der Gesellschaft verhindert werden? Welche Entscheidungen dürfen wir Maschinen überlassen, welche nicht?

Mila Gorecki

Studentin des Internationalen Masterstudiengangs Machine Learning der Universität Tübingen

Schon mal verfahren, weil das Navi auf dem Smartphone vorgab, eine kürzere Route zu kennen? Wir vertrauen vielen KI-Anwendungen und sind teilweise auf sie angewiesen. Bequemlichkeit ist ein treibender Faktor für die Nutzung von KI. Doch wir sollten manchmal genauer überlegen, welchen Mehrwert und welche Konsequenzen der Einsatz von KI hat und wie sie so genutzt werden kann, dass sie allen Menschen zugutekommt.

Prof. Steffen Staab

Leiter der Abteilung Analytic Computing am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart

KI hat keinen unabhängigen Geist. KI will nicht. KI erledigt Aufgaben, die man ihr überträgt – im Guten, wie im Schlechten. Wir verlassen uns auf viele Werkzeuge: Auto, Smartphone, Klimaanlage. Daraus ergeben sich Abhängigkeiten, die wir immer wieder neu durchdenken müssen: Welche Entscheidungen dürfen wir Maschinen überlassen, welche nicht?

Prof. Regina Ammicht Quinn

Sprecherin des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften und des Cyber Valley Public Advisory Boards

KI-Anwendungen können in vielen Bereichen Fortschritte bringen. Die Systeme machen aber auch Fehler. Das liegt zum Beispiel an verzerrten Datensätzen, die zu wenige Daten von Frauen oder von Menschen mit dunkler Haut enthalten. Herrschende Vorurteile können so aufrechterhalten oder verstärkt werden. Dann werden etwa Bewerbungen von Frauen oder von Menschen mit fremd klingenden Namen aussortiert, weil sie in den aktuellen Daten des beruflichen Erfolgs unterrepräsentiert sind. Oder soziale Ungleichheit in Gesundheitsfragen kann verstärkt werden, indem ein KI-System eine Organtransplantation nicht empfiehlt, weil vergangene Operationen bei Menschen mit vergleichbarem sozialem Status nicht erfolgreich waren. Solche Diskriminierungen müssen erkannt und bearbeitet werden.

Kommunikation

Wie verändert sich unser Kommunikations­verhalten durch KI?

Intelligente Systeme entwickeln sich zunehmend zu Kommunikationspartnern. Sind wir dann freundlich zur KI oder barsch? Überträgt sich unsere mögliche Ungeduld mit der KI auf unsere Kommunikation mit Menschen? Oder wirkt sich die stets freundliche Antwort der KI auf unser Verhalten aus? KI wird zunehmend auch zum Filter und zum Kurator unserer Kommunikation: Algorithmen entscheiden, was zur Information oder gar zur Nachricht wird – und was nicht. Das hat nicht nur Auswirkungen auf unsere individuelle Kommunikation, sondern auch auf unser gesellschaftliches Miteinander.

Prof. Regina Ammicht Quinn

Sprecherin des Internationalen Zentrums für Ethik in den Wissenschaften und des Cyber Valley Public Advisory Boards

Wir werden heute schon am Telefon von Bots beraten und Alexa organisiert unser Leben. Die Kommunikation mit Computern wird zukünftig kaum mehr unterscheidbar sein von der Kommunikation mit Menschen. Sind wir höflich zu Alexa? Dankbar für die Beratung durch ein KI-System? Eher nicht. In dieser Situation müssen die Regeln öffentlicher Kommunikation in neuer Weise in den Mittelpunkt gestellt werden.

Prof. Steffen Staab

Leiter der Abteilung Analytic Computing am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart

KI wird für uns ein Kommunikationspartner: als Assistenzsystem, als Suchmaschine, als Diagnoseexperte, als automatisierter Roboter. KI wird zunehmend entscheiden, welche E-Mail wann gesehen wird, welche Hasspostings gefiltert werden, welche falsche oder welche richtige Information sich verbreiten kann. Damit wird KI zu einem Werkzeug der Macht derjenigen, die diese Kommunikation überwachen können. Wir benötigen eine aufmerksame Gesellschaft und wirksame Gesetze, damit beispielsweise eine autoritäre Regierung ein solches Werkzeug nicht missbrauchen kann.

Arbeit

Was passiert mit meinem Arbeitsplatz, wenn sich die KI weiterentwickelt?

KI hält nicht nur Einzug in unser Privatleben, auch unsere Arbeit verändert sich. Manche sprechen von einer Revolution, die einen völlig neuen Umgang mit Daten und Informationen verursacht. Was bedeutet es konkret, wenn intelligente Systeme in der Produktion zum Einsatz kommen? Müssen wir uns Sorgen machen, dass KI uns nicht nur unterstützt, sondern ablöst? Manche Aufgaben sind durch eine KI einfacher, schneller und preiswerter zu erledigen. Bleiben für uns Menschen dann angenehmere Tätigkeiten? Klar ist: Die Veränderungen durch KI betreffen Themen, die unsere Arbeitswelt auch bereits heute beschäftigen, darunter Datenschutz, Diskriminierung, Diversität, Effizienz, Innovation.

Jun.-Prof. Dr. Maria Wirzberger

Professorin für Lehren und Lernen mit intelligenten Systemen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Stuttgart

Meine Arbeit als Lehrende verändert sich: Ich kann mithilfe von KI besser diagnostizieren, was meine Studierenden bereits wissen und wo sie Probleme mit dem Lernthema haben. Damit kann ich mein Lehrtempo anpassen oder schwierige Themen wiederholen.

Prof. Steffen Staab

Leiter der Abteilung Analytic Computing am Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart

Ärztinnen und Ärzte sitzen weniger hinter dem Computer, um Daten einzugeben und Abrechnungen zu erstellen, weil das die KI übernimmt. In der Bahn werden keine Tickets mehr überprüft, weil das die KI erledigt. Und in der Landwirtschaft fahren Landwirtinnen seltener Trecker, weil oft die KI übernimmt. Viele Routinetätigkeit fallen weg. Wie nutzen wir die entstehenden Freiräume? Nur für Einsparungen oder auch für bessere Gespräche mit den Patienten, mehr Service für den Fahrgast und eine ökologischere Landwirtschaft?“

Fragen zum Thema KI?

Wir freuen uns über jede Gelegenheit, mit Ihnen über Künstliche Intelligenz zu sprechen.

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